Bei den ersten Training-Kilometern in diesem Frühjahr reifte bei Roman Jäger und mir die Idee zu einer Sommer-Challenge. Allerdings wollten wir dabei möglichst viele Facetten vom Radsport darin enthalten haben. So entwickelte sich die Idee den Grenzübergang vom Schweizertor in das benachbarte Österreich als Hauptziel zu nutzen.

Am 14. Juli starteten wir um 4.30 Uhr in Appenzell mit unseren Rennvelos. Der Weg führte uns über Oberriet auf den Rheindamm und weiter nach Fläsch. Dort trafen wir das erste Mal den Vesto-Bus der uns bei der Tour mit Bike’s und Verpflegung begleitete. Ohne Licht und mit leichter Bekleidung ging es nun weiter nach Schiers. Nach 80 km wechselten wir nun auf die leichten Bike’s, um uns den ersten Anstieg von über 100hm nach St.Antönien zu erleichtern. Ab Pany nutzen wir die Route vom Bike-Master’s, das seit einigen Jahre leider nicht mehr stattfindet. Leider erwischten wir dabei auch noch einiges an Regen, obwohl die Wetterprognose höchstens Gewitter am späteren Nachmittag vorher gesagt hatte.

Nach einer Fahrzeit von 4:15h kamen wir in St.Antönien an und nutzen den Service vom Vesto-Bus mit Speis und Trank und einem weiteren Velowechsel auf das Fully mit viel Federweg.

Allerdings musste zuerst ein weiterer kräftezehrender Aufstieg  hoch zum Bergli bewältigt werden. Über viele Spitzkehren verläuft die Teerstrasse bis auf über 2000m hoch. Bei Km 98 wechselte der Untergrund nun definitiv in Gelände, das uns richtig Spass machte. Auf einem schönen Singletrail ging es die letzten 200 hm hoch zur Carschinahütte. Mit dem Eintreffen in der Hütte besserte auch das Wetter sofort. Bei strahlendem Sonnenschein und einer kleinen Stärkung  für den Magen, genossen wir die Aussicht.

Der Trail führt nun weiter in einem steten auf und ab. Zur rechten Seite das gewaltig Felsmassiv von der Sulz-und Drusenfluh vor uns der Blick Richtung Schesaplana.

Dank den diversen Fotostopps hatten wir, trotz den fordernden Trails, genug Zeit, die Landschaft zu geniessen. Nach 6 km erblickten wir das erste Mal unser Tagesziel, das Schweizertor.

Dabei musste ca.  die letzten  50hm das Bike auf dem Rucksack getragen werden, um die eine Hand für Leiter und Stahlseile frei zu haben. Nach dem Grenzübergang nach Österreich folgte der spannende Teil der Biketour. Ab Schweizertor bis zum Lünersee gibt es so gut wie keine Infos im Internet.

So wurde uns bald klar, dass der nächste Aufstieg von 180 hm zum Verajöchle nur zu Fuss erreichbar sein wird, also schulterten wir ein weiteres Mal die Bikes und machten uns auf den Weg. Da es in dieser Umgebung auch einige Berghütten gibt, die zu mehrtägigen Bergtouren einladen, waren jetzt die Trails auch stark mit Wanderer besucht. Auf 2320müM war auch der höchste Punkt der Tour überwunden und der Trail, der sich uns bis zum Lünersee zeigte, bescherte uns ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Steil, steinig und verblockt zeigt sich der Trail im oberen Teil, später mit mehr Flow, folgten die letzten Meter bis zum Lünersee. Da zu diesem Stausee auf 1950müm eine Seilbahn führt war der  Rundweg um den See stark mit Wanderern und „Flaniervolk“ besucht, da wir aber die einzigen Biker waren, störte sich auch niemand an uns.

 

Der letzte Trail vom Stausee bis nach Brand (1045müM)hatte es nochmals in sich. Steil und mit viel losem Schotter forderte der Trail einiges von Mensch und Material und uns war auch bald klar, warum es kaum Biker hier oben gab.

Da wir doch sehr viele Trailkilometer in den Beinen hatten und die Zeit auch schon stark fortgeschritten war, entschieden wir uns, die letzen Kilometer nach Brand auf der Strasse runterzusausen.

Nun stand uns einer der letzten Velowechsel  bevor und zusammen mit unseren „Betreuern“ Bea und Saskia genossen wir in Brand eine gemütliche Sonnenterasse, um uns ein letzes Mal zu stärken.

Der letze Teil der Tour führte uns mit dem Rennvelo von Brand nach Feldkirch und weiter nach Oberriet,  Rheineck, Goldach, St.Gallen bis an unser Ziel in Abtwil, wo wir um 19.30 Uhr eintrafen.

Insgesamt absolvierten wir 220 km und 3450hm. Die reine Fahrzeit betrug 11:26:00h.

 

Ein eindrücklicher Tag, mit vielen landschaftlichen Highlights und einem ausgelaugten Körper!!
Es hat sich gelohnt!!
Vielen Dank an Bea und Saskia für die Geduld!!
Vielen Dank an Vesto für den Bus!!