Geschichten sind nicht Schnee von gestern…

… sie inspirieren, motivieren bringen auch einem zum Lachen…

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Zwischen hohen Bergen – irgendwo im nirgendwo.

 Nationalpark Bikemarathon: Diese Tour geistert seit einigen Jahren bei mir im Kopf und doch habe ich es aufgrund diverser Terminkollisionen noch nie an das offizielle Rennen geschafft. Auch in 2019 war ich wieder, anstelle für den Marathon an eine Hochzeit angemeldet.

Zwei Wochen später liess das Wetter nochmals eine Tour auf fast 3000Hm zu. Ich fasste mir mein Herz und fuhr, mehr oder weniger spontan und alleine, am Freitagabend nach Scuol. Nach einer ersten kurzen Nacht im wirklich schönen Bungalow und Birchermüesli-Frühstück, pedalte ich ohne Kartenmaterial, aber einem Rucksack voll mit Verpflegung, morgens um 7.30Uhr auf die – gemäss Beschrieb: 141km lange und 3848Hm intensive Route los.

Nach rund 50km und der Grenzüberquerung Richtung Italien fiel mir auf, dass ich seit längerem keinen der bis anhin gut beschilderten 444 Wegweiser mehr gesehen hatte – etwas orientierungslos und ohne Handyempfang folgte ich einfach einmal dem nächsten Wegweiser nach Livigno wo ich dann etwas verspätet und mit den ersten Zusatzkilometern auch ankam. In Livigno traf ich glücklicherweise auch wieder auf die lang ersehnte offizielle Route… Erleichtert und motiviert bikte ich dem letzten Abschnitt entgegen – doch erneut verfolgte mich kurz nach dem Anstieg ein mulmiges Gefühl: „ Ist das wirklich der richtige Weg?“ Bereits etwas angespannt und genervt fuhr ich dennoch weiter in der Hoffnung, bald einen Wegweiser zu finden. Leider ohne Erfolg. Inmitten von hohen Bergen, irgendwo im nirgendwo, bereits etwas verzweifelt, entschied ich mich umzukehren und zurück bis zur nächsten Abzweigung zu fahren. Oh Überraschung! Hinter Büschen versteckte sich prompt ein Wegweiser Richtung Schweiz. Was für meine Gedanken eine Erlösung war, hiess für meine Beine nochmals volle Kraft voraus.

 Nach 9h49Minuten und kurz vor dem Eindunkeln traf ich mit hochspringenden, sich fast überschlagenden Glücksgefühlen in Scuol ein! Anstelle 141 km hatte ich 156.83 km und mit Total 4570 Höhenmetern – 722 mehr in den Beinen.

 

Was für ein emotionales Erlebnis für Körper und Geist! Und was hat es mich gelehrt? Ohne GPS-Gerät geht es mit dem Bike nicht mehr in „unbekannte“ Weltgeschichten.

 Sportliche Grüsse Roman


Pipo’s Sturzflug ins Auffangnetz?

Unser mittlerweile legendäres Männer-Bikeweekend in Davos, begann auch im Herbst 2018 mit einer sensationellen Tour Richtung Mondstein und die Wiesenalp. Auch an Tag zwei war grandioses Wetter. Die Beine schon etwas vorgewärmt und doch noch voll im Saft, fuhren wir über das Rinerhorn der wohl schönsten Abfahrt: dem Epic Trail Richtung Sertig Tal entgegen…Tja Kollegas: selber Schuld für eure Racefully-Wahl. Meine 140mm sind für solche Abfahrten der pure Genuss! …So kam ich NUR leicht durchgeschüttelt und als Erster im Restaurant „Bergführer“ in Sertig wohlauf an.

Bikeweekends gehen auch durch den Magen. Deshalb gab’s saisonalen Wildteller mit passendem regionalem Mondsteinbier. Gestärkt und zwei Schieber-Jass später, „hockten“ wir erneut auf dem Epic Trail Richtung Tal. Anfänglich noch gemütlich, wurde die Geschwindigkeit bald einem gefühlten Renntempo angepasst. Roman in Tourguide Manier voraus, ich hinterher heizend. Plötzlich flog ich im „gefühlten Raketen-mässigen-Sturzflug“ vom Bike! Was war passiert?! Dank Davos-Tourismus können Biker als auch Wanderer dieselben Wege nutzen. Teilweise sperren dann Metallbügeln hälftig den Weg ab und somit bleibt an dieser Stelle etwas weniger Platz und eigentlich doch genug, um vorbeifahren zu können – eigentlich, denn beim einten Bügel habe ich mit dem Lenker so angehängt – (140mm-Fully-Lenker sei Dank), dass es mich vom Bike katapultierte – direkt in ein Auffangnetz. – Nein, natürlich nicht! Der Holzpfahl hinterliess fühlbare Spuren.

Zum Glück kann man sich auf Freunde verlassen! Ich, wimmernd und schmerzverzehrt am Boden, stützten sie mich und richteten das Bike. Mitten im nirgendwo Wald blieb mir nichts anderes übrig, als wieder auf den „Göppel“ zu sitzen und vorsichtig Richtung Tal zu rollen. Die Notaufnahme in Davos lieferte mir 2h später die Diagnose: 4-facher Rippenbruch inkl. diverser Prellungen und Schürfungen.

 

Somit war für mich nicht nur das Bike-Weekend gelaufen sondern auch die geplante Maledivenreise welche eine Woche darauf gebucht war. Natürlich erfreute sich meine Frau Valeria zusätzlich …oder auch nicht J!!

Schlussendlich hatte ich, wie man so schön sagt:“ Glück im Unglück“!!
Pipo


Abstiege mit Tücken – oder doch noch jugendlicher Leichtsinn?

 

Unsere früher jährlich organisierten Bike-Wochen führte uns im 2007 ins bündnerische Scuol. Landschaftlich und trailmässig etwas vom Schönsten was es gibt; wie auch unsere 3. Tour welche via alter Schmugglerpfad „Val d’Uina“ Richtung südtirolerische Vinschgau und wieder zurück führte.

Zu 5. radelten wir los um die ersten Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Aufstiege waren für mich noch nie ein grosses Problem – was ich damals von den Abstiegen noch nicht sagen konnte.

Nach rund 45km und 1500Hm oben am Schlinigpass angekommen, gönnten wir uns eine kleine Pause. Es folgte die flowige Überquerung der Ebene sowie die Abfahrt Richtung Reschensee, welche ich anfänglich auch gut meisterte. Anfang Waldstück haben die „erfahrenen“ Jungs vor mir abgebremst, die Route begutachtet und entschieden besser zu Fuss weiter zu gehen…Was ich als unerfahrener Abfahrer nicht mitbekam und als junger Unspunn schoss ich ohne irgendwelche Anzeichen von Bremsbewegungen an den beiden vorbei. 3-4m weiter wurde ich jedoch abrupt abgebremst und mit einem Saltoabflug bestraft. Mich hat es glücklicherweise nicht all zu fest malträtiert, was ich von meinem Felgen nicht behaupten konnte. Denn das Bike hat sich einige Male überschlagen und wurde erst mit Hilfe eines Baumstamms aufgehalten. Die Zeichen dieses Aufpralls waren nahezu formgleich in dem Rad widergegeben was auf den ersten Blick eine Weiterfahrt verunmöglichte.

Meine Bikerfreunde; Zeichens Handwerker, Metallbauer und Bürolisten grübelten alles hervor was sie dabei hatten – es wurde gerichtet, gebogen, gepresst und ausgebeult so gut es halt ohne Hammer und Amboss ging. Immerhin, das Rad drehte sich wider ohne die Gabel inwendig zu streifen. Alles wieder fixiert und Unfallstelle geräumt, konnte ich so die bevorstehenden rund 10km mehr oder weniger im Schritttempo und mit leicht mulmigen Gefühl in Angriff nehmen. Mit durchgeschüttelten Armen – damals sprach man ja noch nicht von 140mm Federweg…, traf ich im südtirolerischen Vinschgau ein. Da ich mich danach mit dem Bus über den Reschenpass in Richtung Scuol aufmachte, konnte ich mir hier schon eine Stärkung in Form von Zielbier gönnen und mir so das Gelächter meiner Bikerkollegen etwas erträglicher machen J.

Sumasumarum bin ich doch noch glimpflich davongekommen und ich bin mir sicher, heute würde ich diesen Abhang unbeschadet meistern.

Happy Trail!
Roman


 

Pedalen bringt Glücksmomente

Das waren noch Zeiten! – Ohne Ambitionen an ein Bikerennen…

Aber warten und einmal hopp rufen schüttet fast keine Glückshormone aus. Dank dem pedalen machte mich ein langer Rennsonntag jeweils sehr zufrieden und brachte viel Energie und Ideen für die kommende Woche.

Mit etwas Training lohnt sich das nachmachen – bestimmt!

Bea