1000 Tode – Hero Dolomiten Bike Marathon

Bericht von Marcel Gabathuler

 

Wieso machst du das?? Ich höre auf und verschenke das Bike!! Nie mehr mache ich so was!! Der Hero Dolomiten Bike Marathon vom 15. Juni 2019 in Wolkenstein bot alles, was ein Bikerherz wünscht…oder auch nicht wünscht. Ich habe schon einige Geschichten über den Marathon gehört und wollte das Rennen unbedingt einmal fahren. Die Gegend rund um den Sellastock ist wirklich wunderschön und es lohnt sich, nur schon aufgrund der imposanten Bergwelt, die Gegend zu besuchen.

Der Marathon mit 86 km und 4500 hm hat bereits aufgrund seiner Grunddaten etwas Abschreckendes, aber so richtig grausam, wird es unterwegs. Eine längere Strecke, welche nicht hoch oder runter geht, gibt es nicht. Und wenn es hoch geht, geht es steil hoch! Bereits kurz nach dem Start spürte ich, dass meine Beine nicht die Besten sind, trotzdem versuchte ich, die ersten beiden Anstiege in einer grösseren Gruppe mitzufahren. Dies rächte sich beim dritten Anstieg (dem Schafrichter, hinauf zum Sourass). Mich verliessen die Kräfte, weshalb ein ziemlich langer Fussmarsch mit Bikebegleitung anstand. Das Problem war, dass zu diesem Zeitpunkt erst die Hälfte der 86 km vorbei war. Eben, genau jetzt kommen unweigerlich alle möglichen Gedanken ins Spiel! Irgendwie habe ich es trotzdem nach oben geschafft. Nach einer kurzen Verpflegungspause rollte ich weiter und schaute mich nach dem kürzesten Weg Richtung Wolkenstein um. Ich hatte den Plan gefasst, aus dem Rennen auszusteigen. Da aber nirgends ein entsprechender Hinweis zu finden war, musste ich wohl oder übel das Rennen weiterfahren. Zum Glück verlief die Strecke danach auf einem coolen Singeltrail, was die Lebensfreude wieder etwas zurückbrachte. Der letzte grosse Anstieg stand aber noch bevor und dieser hatte es nochmals in sich. Meine Beine waren leer und an allen möglichen Stellen machten sich Krämpfe bemerkbar. Wiegetritt fahren war nicht mehr möglich, da sich sonst die Füsse in den Schuhen verkrampften (blödes Gefühl..). Janu, irgendwie kam ich auch über den letzten Anstieg und somit lag das Ziel wieder in Reichweite. Ich kämpfte mich mit letzter Kraft über die letzten Anstiege und für nach 8 Stunden und 15 Minuten völlig kaputt über die Ziellinie (Rang 80 in meiner Kategorie). Wenn mich jemand nach dem Rennen gefragt hätte, ob ich das wieder machen werde, hätte ich ohne zu überlegen «Nein, nie mehr» gesagt, doch nun beim Schreiben dieses Berichts bin ich mir da nicht mehr so sicher…